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08.06.2005 - 08:30:00
Berger: Wir wollen wachsen   |  Schwäbische Zeitung

Ummendorf

Im Rahmen eines Gemeindebesuches hat Landrat Peter Schneider gestern die Firma Berger Feintechnik in Ummendorf besucht. Das weltweit operierende Unternehmen beschäftigt derzeit allein in Ummendorf rund 200 Mitarbeiter, ist bereits größter Gewerbesteuerzahler der Gemeinde und möchte weiter wachsen.
Alois Berger, Firmenchef und Gründer des Unternehmens, der in zehn Tagen seinen 72. Geburtstag feiert, denkt weder ans Aufhören ("Alt ist man, wenn man nicht mehr arbeiten kann.") noch an Stillstand. In seinen Niederlassungen in Kanada, den USA, der Schweiz, Polen und in Deutschland beschäftigt er rund 1500 Mitarbeiter. "Immer positiv nach vorne schauen", so lautet seine Devise. Am negativen Denken kranke Deutschland, erklärte der Vater von sieben Kindern Landrat Peter Schneider, Bürgermeister Klaus Bernd Reichert, sowie den Gemeinderätinnen, Gemeinderäten und den Ortschaftsräten, die alle an der Betriebsbesichtigung dieses für Ummendorf wichtigen Arbeitgebers teilnahmen.
"Ich alleine werde Deutschland zwar nicht ändern - aber ich kämpfe dafür", so Alois Berger, der bei der Lektüre der Wirtschaftsberichterstattung "morgens, in der Früh' um Fünf, Junge kriegen könnte". Die große Industrie trage "viel zu viel Wissen weg ins Ausland". Er hingegen baue und vertraue auf den Standort Deutschland. Berger, der sein Werk in Ummendorf vergrößern möchte ("Wir wollen wachsen!") erläuterte in diesem Zusammenhang seine Erwartungen an die Gemeinde Ummendorf und den Landkreis. Dazu gehört für ihn vor allem ein großes, bezahlbares Grundstück und eine zügige Abwicklung des Genehmigungsverfahren. Beides wurde ihm von Landrat Schneider und Bürgermeister Reichert zugesichert. Schneider freute sich über Bergers "großartige Botschaft, hier zu investieren" und versprach: "Wir sind Gewehr bei Fuß." Und Reichert erklärte dem Unternehmer, die Gemeinde werde "gute Konditionen" in Aussicht stellen.
Alois Berger, Industriekaufmann, der 1947 seine Ausbildung im Kloster Ottobeuren machte, legt in allen seinen Werken sehr großen Wert auf die Ausbildung junger Menschen: "Das Geld ist gut investiert." Als Beispiel nannte er den Ummendorfer Betriebsleiter Herbert Maurer, der als Auszubildender ins Unternehmen eingetreten sei und den seine berufliche Laufbahn über die internationalen Stationen in Kanada und den USA schließlich bis an die Spitze des Ummendorfer Werks führte.
Alois Berger, ein Unternehmer vom alten Schlag, machte deutlich: "In meinen Betrieben gibt es keinen Betriebsrat. Den brauchen wir auch gar nicht, weil ich mich persönlich um das Wohl meiner Mitarbeiter kümmere." Dazu gehört für ihn, "immer dafür zu sorgen, dass die Leute Arbeit haben" .Noch kein einziges Mal habe er in 50 Jahren, seit es sein Unternehmen nun im September gibt, Kurzarbeit angemeldet, sagte Berger nicht ohne Stolz.



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