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03.07.2003 - 11:22:00
Polit-Prominenz   |  Memminger

Memmingen/Legau (sdo/gw/bsk). Minister Dr. Manfred Weiß bei der Einweihung der neuen Amtsgerichts-Räume, Staatskanzlei-Chef Erwin Huber beim Unternehmen Berger, Staatssekretärin Erika Görlitz in einer Legauer Klinik für suchtkranke Frauen: Bayrische Polit-Prominenz war gestern gleich dreifach in Memmingen und dem Unterallgäu zu Gast. Zuvor hatte eine Sitzung des bayrischen Kabinetts in Füssen stattgefunden.

Er wäre auch ohne die Sitzung zur offiziellen Übergabe des neuen Amtsgerichts-Gebäudes II am St.-Jofsefs-Kirchplatz nach Memmingen gekommen, versicherte Bayerns Justizminister Dr. Manfred Weiß. Er sei bestrebt, sämtliche Justizeinrichtungen im Freistaat einmal zu besuchen. Und weil er in Kaufbeuren noch nicht gewesen ist, habe er den Einweihungstermin in Memmingen mit einem Besuch in der Nachbarstadt verbunden. Launig der Kommentar des Ministers zum Gastgeschenk von Memmingers Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, das mit einer Schleife weiß/rot/schwarz versehen war: „Ich heiße Weiß, wohne in Roth und bin ein Schwarzer.“
Zur Renovierung des ehemaligen Finanzamtes, das jetzt als Amtsgerichts-Gebäudes II dienst, meint der Minister: „Der Finanzminister baut immer neu, wir bekommen dann die alten Gebäude, nicht aber das Geld, das vorher darin war. Das müssen wir für die Renovierung selber aufbringen.“
Währenddessen lässt Staatsminister Erwin Huber (CSU), Leiter der Bayrischen Staatskanzlei, seinen Blick über den glänzenden grauen Boden der Produktionshalle der Firma Alois Berger in Memmingen schweifen. „Hier ist es ja sauber wie in einer Apotheke. Die Metallbau-Unternehmen, die ich kenne, sehen anders aus.“ Sichtlich beeindruckt geht er dann durch die Produktion. Er hat gestern im Anschluss an die Kabinetts-Sitzung die Memminger Firma besucht, „weil meine Mitarbeiter mir ihren hervorragenden Ruf bestätigt haben“, so Huber. Und: „Wir können nur dann gute Politik machen, wenn wir vor Ort erfahren, wo es Probleme gibt.
Firmengründer Alois Berger befürchtet, die Produktion künftig stärker in Billiglohn-Länder wie Polen verlegen zu müssen: „Dort verdient ein Ingenieur weniger als ein Auszubildender bei uns.“ Die Firma Berger werde jedoch alles erdenkliche tun, um die Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten und weiterhin so stark auszubilden. „Wenn schon einheimische Traditionsunternehmen mit dem Gedanken spielen, ins Ausland zu gehen, müssen wir Politiker noch mehr dafür tun, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiv bleibt“, so das Fazit Hubers.
Als Landrat Dr. Hermann Haisch, Erika Görlitz, Staatssekretärin im Bayrischen Staatsministerium, für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz, in der Legauer Fachklinik für alkohol- und medikamentenäbhängige Frauen begrüßt, beglückwünscht er sie als erstes zur Wahl ihres Halstuchs. Dieses war nämlich vor Monaten ein Geschenk des Landrats. Die Ehrengäste werden im Anschluss an die Begrüßung vom Medizinischen Leiter Dr. Gerhard Karmann durch die Einrichtung geführt. Auch die Patientinnnen zeigen sich dabei gut gelaunt und lassen bereitwillig ihre Wohn- und Schlafzimmer besichtigen. Görlitz kann sich so ein umfassendes Bild über die Therapie-Möglichkeiten der Klinik machen.



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