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27.07.2000 - 15:09:00
Mannschaft in zehn Jahren verzehnfacht   |  Memminger Zeitung

Berger expandiert - Produktionsfläche in Memmingen mehr als verdoppelt

Von Etienne le Maire
Memmingen/Ottobeuren In zehn Jahren verzehnfacht hat sich die Belegschaft des Präzisionsdrehteile-Herstellers Berger am Standort Memmingen. Und mit den heute 300 Mitarbeitern dort ist noch lange nicht Schluss: In einer neuen Produktionshalle ist Platz für 50 bis 100 weitere Beschäftigte, die man auch einstellen will. Bis in Jahr 2004 will die Berger-Gruppe ihren Umsatz gegenüber 1999 auf über 400 Millionen Mark verdoppeln. Für das Jahr 2000 peilt man 230 Millionen Mark an. Zum Vergleich: 1994 waren es 100 Millionen.

45 Jahre ist es her, dass Alois Berger ein Unternehmen gründete, das inzwischen zu einer Firmengruppe mit sechs Einzelunternehmen in Deutschland und vier Auslandstöchtern gewachsen ist. Berger gehört mit weltweit über 1000 Mitarbeitern (davon 800 im Allgäu an den Standorten Ottobeuren, Memmingen und Wertach) zu den großen Arbeitgebern der Region. Kurzarbeit oder Entlassungen wegen Arbeitsmangel gab es bisher bei Berger nicht - darauf ist der Gründer stolz.
Rund 1500 verschiedene Drehteile stellt Berger alleine an den Allgäuer Standorten her. Das Hauptgeschäft macht man mit Drehteilen für die Automobilindustrie (60 Prozent) sowie Zulieferteile für Bohrhämmer - für Heimwerker-Maschinen ebenso wie für größere Profi-Geräte. Außerdem stellt die Unternehmensgruppe Maschinen für sich selbst her: Der "Bergomat" ist eine vor vier Jahren entwickelte Maschine, die für die Herstellung von Drehteilen zum Einsatz kommt. Bei der Entwicklung kam Berger die Erfahrung zugute, die man mit der Übernahme des ehemaligen Deckel-Maho-Betriebs in Wertach ins Haus holte, wie Karin Berger-Haggenmüller, die das Ottobeurer Stammwerk leitet, erklärt. Der Markt sei hart: Auch wenn Produkte für die Automobilindustrie nach wie vor Laufzeiten von vier bis fünf Jahren haben, werde mit den großen Kunden jährlich verhandelt. Flexibilität, vier Jahrzehnte Erfahrung und die Bereitschaft, beispielsweise auch am Wochenende schnell zu reagieren, seien die Stärken, mit denen sich Berger behaupte.

Ein Teil des Erfolgsrezepts: In verantwortlichen Positionen sitzen - neben sechs von sieben Kindern Alois Berger - fast nur Mitarbeiter, die bei Berger ihre Lehre gemacht haben. Ausbildung schreibt man hier groß: 94 Lehrlinge hat die Gruppe zur Zeit, ab September sollen es 110 sein. Bereits im Vorfeld der Kapazitätserweiterung in Memmingen wurde in Ottobeuren die Zahl der Ausbildungsplätze verdoppelt. Dem Fachkräftemangel begegnet man auch durch Anwerbung in den neuen Bundesländern. Originell ist dabei eine Vereinbarung mit einem Bosch-Montagewerk in Sebnitz (Sachsen): Wenn dort Personal abgebaut wird, erhält man bei Berger Bescheid - und kann so Mitarbeiter direkt übernehmen.
Mit der neuen Halle wird die Produktionsfläche in Memmingen auf insgesamt 16 160 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Mit neuer Technik für moderne Direkt-Einspritzsysteme für Benzin- und Dieselmotoren sowie Hauptbremszylinder will man hier zusätzliches Geschäft machen. Bei der Produktion im Stammwerk Ottobeuren und dem Standort Ummendorf werde dafür nichts abgeknapst, sagt Karin Berger-Haggenmiller. Denn auch dort stehen die Zeichen auf Expansion: Prallel wurde das Werk in Ummendorf erweitert, die Produktion der Berger-Tochter in Kanada verdoppelt, und auch in Ottobeuren steht ein Erweiterungsbau an. Der Bergomat - eine selbst entwickelte Rundtaktmaschine, die eine Bearbeitung der Bauteile von sechs Seiten ermöglicht - kommt auch in der neuen Berger-Produktionshalle in Memmingen bei der Herstellung von Präzisionsdrehteilen zum Einsatz. Fotos: Jörg Schollenbruch Im September soll die neue Halle der A. Berger GmbH & Co KG High-Tech-Zerspanung in Memmingen - gegenüber der Landesgartenschau - eingeweiht werden.




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